Kinderwunschbehandlung - so gehen wir vor

Erstgespräch und Anamnese

Bei Ihrer Erstvorstellung erfolgt ein ausführliches Erstgespräch. Dabei sollen Sie uns kennenlernen und erfahren, welche Möglichkeiten bestehen, Ihnen bei der Lösung Ihres Problems zu helfen. Am besten kommen Sie zu diesem Erstgespräch als Paar, damit wir beide Partner von Beginn an in die Lösung Ihres Problems einbeziehen können. Es wird immer eine ausführliche Anamnese erhoben. Bereits hier können und sollen Sie alle Fragen stellen, die Sie bewegen und auf besondere persönliche Umstände hinweisen, z.B. arbeitszeitbedingte Probleme bei der Wahrnehmung von Arztterminen. Wir wollen alles versuchen, um Ihnen eine möglichst stressfreie Behandlung zu gewährleisten. Damit Sie zu Hause sich nochmal in Ruhe mit den Behandlungsmöglichkeiten auseinandersetzten können, geben wir Ihnen auch schriftliche Informationen mit.

So gehen wir vor

Zyklusdiagnostik und Überwachung

Am Anfang jeder individuell abgestimmten Therapie erfolgt die gründliche Überprüfung des Hormonsystems, um unter anderem, auch Störungen der Schilddrüse oder der männlichen Hormonsekretion erfassen und behandeln zu können. Die eigentliche Zyklusüberwachung beginnt im allgemeinen, zwischen dem 3. und 5. Tag nach Eintritt der Menstruation mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung und einer Blutuntersuchung. In Abhängigkeit von der hormonellen Ausgangssituation ergibt sich dann das weitere Vorgehen, wobei das Ziel darin besteht, nach Vorliegen herangereifter Follikel den Eisprung medikamentös auszulösen und so das Optimum für die Befruchtung benennen zu können. Bei Patientinnen mit nur geringen Störungen ist es hierdurch bereits möglich, Schwangerschaften zu erzielen.

Spermiogramm und andrologische Untersuchung

Ebenfalls am Anfang steht die Untersuchung der männlichen Samenflüssigkeit (Ejakulat). Dabei wird unter dem Mikroskop geprüft, wie viele Samenzellen im Ejakulat vorhanden sind. Weiterhin werden die Beweglichkeit und die Form der Samenzellen (Spermien) untersucht. Neben der Untersuchung des Ejakulates wird auch die Untersuchung des Mannes durch einen Andrologen empfohlen. Dieser untersucht die männlichen Geschlechtsorgane auf das Vorliegen einer behandelbaren Störung, z.B. chronische Infektionen oder Krampfadern am Hoden. Falls Sie noch nicht diesbezüglich untersucht wurden, empfehlen wir Ihnen gerne einen spezialisierten Urologen für diese Untersuchung.

Befundbesprechung

Nach dem Vorliegen der ersten Befunde werden Sie zu einem erneuten Gespräch eingeladen, bei dem die erhobenen Befunde besprochen werden. Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit Ihnen einen weiteren Diagnostik- und Therapieplan entwerfen. Dabei sollen Sie Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse unbedingt einbringen.

Besondere Leistung

Als besondere Leistung bietet das Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche die transvaginale Endoskopie (TVE) an. Diese besteht aus einer Gebärmutterspiegelung und aus einer transvaginalen Hydrolaparoskopie und ist hervorragend zur ambulanten Durchführung geeignet. Im folgenden, wird diese Untersuchungstechnik mit Videoaufnahmen erläutert.

Das Prinzip der Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Mit einer dünnen Optik wird die Gebärmutterhöhle ausgeleuchtet. Um eine bessere Übersicht zu erhalten wird die Gebärmutterhöhle mit Wasser oder CO2 - Gas entfaltet.

Hysteroskopie im Videofilm

Sie sehen die Durchführung einer Hysteroskopie, das Eingehen durch den Muttermundshalskanal und die Inspektion der Gebärmutterhöhle mit den Abgängen der Eileiter ansehen...

Die transvaginale Hydrolaparoskopie (Bauchspiegelung von der Scheide aus)

Mit einem nur 3 mm Röhrchen wird von der Scheide aus in die Bauchhöhle eingegangen. Über dieses Röhrchen kann dann einen Optik zur Betrachtung der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke eingeführt werden. Der Vorteil dieses Zuganges zur Bauchhöhle besteht in deutlich geringeren postoperativen Beschwerden im Vergleich zur Bauchspiegelung von der Nabelgrube aus. Es bleiben auch keine sichtbaren Narben von den Einstichen des Arbeitskanals. Nachteilig ist, dass größere Operationen transvaginal nicht durchgeführt werden können, was aber bei vielen Patientinnen auch gar nicht nötig ist. Es kommt also darauf an im Vorfeld zu untersuchen welche Patientinnen für diese Technik geeignet sind.

Die transvaginale Hydrolaparoskopie (2. Variante)

Nach dem Einführen der Optik werden das Bauchfell, die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter begutachtet. Wenn die Eileiter durchgängig sind tritt eine blaue Farblösung aus dem Trichter aus, nachdem diese zuvor in die Gebärmutterhöhle gegeben wurde.

Behandlungsmethoden

Eileiterdurchgängigkeitsprüfung mittels Ultraschall

Die Eileiterdurchgängigkeitsprüfung mittels Kontrastmittel und Ultraschall ist eine weitestgehend schmerzfreie Methode, die eine Aussage darüber erlaubt, ob die Eileiter durchgängig sind oder nicht. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und sollte im allgemeinen wenige Tage vor dem zu erwartenden Eisprung erfolgen, da dann der Gebärmuttermund für die Einführung des Kontrastmittelkatheters in die Gebärmutter geöffnet ist.

Gebärmutterhöhlenspiegelung

Die Gebärmutterhöhlenspiegelung ist eine sehr wichtige Maßnahme, um das Innere der Gebärmutter bewerten zu können, da sowohl angeborene Fehlbildungen als auch krankhafte Veränderungen die Einnistung des Embryos oder den Verlauf einer Schwangerschaft stören können. Dabei wird ein 4 - 5 mm dicker Glasstab durch den Muttermund in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Durch eine Vergrößerungsoptik können dann die Eileiteröffnungen, die Form der Gebärmutterhöhle und die Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter untersucht werden. Die Methode kann ambulant durchgeführt werden.

Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist die genaueste Methode der Eileiterbeurteilung. Mit einem 5 – 10 mm dicken Glasstab werden das Innere der Bauchhöhle und das kleine Becken durch eine Vergrößerungsoptik betrachtet. Dabei lässt sich genau beobachten, ob die Eileiter frei beweglich sind und offene Trichter für die Eiaufnahme haben. Die Durchgängigkeit der Eileiter wird durch Spülung mit einer Farbstofflösung geprüft. Bei Vorliegen von Verwachsungen oder anderen Störungen, wie z.B. Endometriose, können diese häufig im gleichen Eingriff beseitigt werden. Die Methode wird in Narkose durchgeführt und kann auf Wunsch auch ambulant durchgeführt werden.

 

Neuerdings gibt es für ausgewählte Patientinnen die Möglichkeit auch von der Scheide aus die Spiegelung der inneren Geschlechtsorgane vorzunehmen. Wir sind in Berlin die erste Praxis, die diese innovative Technik in unser diagnostisches Programm aufgenommen hat. Der Vorteil dieser neuen Methode ist, dass sehr schonend die Eileiter und die Eierstöcke beurteilt werden können. Nachteilig ist, dass im Falle von krankhaften Veränderungen dieser Organe, dann doch auf eine konventionelle Bauchspiegelung gewechselt werden muß, um diese Störungen beheben zu können.

Unsere Praxis ist in Bezug auf endoskopische Eingriffe sehr erfahren. Wir haben mehrere tausend dieser Eingriffe durchgeführt. Wir bieten wiederherstellende Operationen an den Eileitern, Korrekturen bei Fehlbildungen der inneren Geschlechtsorgane und die Entfernung von Myomen an. Unser Ziel ist durch rekonstruktive Eingriffe wo immer möglich eine physiologische Empfängnis zu ermöglichen.

Stimulation der Eierstöcke

Zur Stimulation der Eierstöcke werden die Hormone verwendet, die auch der Körper einsetzt (Gonadotropine). Diese Präparate kommen als Injektion zur Anwendung. Im allgemeinen erfolgt die Injektion unter die Haut in die Bauchdecke, eine nahezu schmerzfreie Methode, die selbst erlernt werden kann. Die Stimulationsbehandlung wird durch die Ultraschall- und Blutuntersuchungen begleitet. Sofern die gewünschte Anzahl von Eibläschen (Follikel) vorliegt, wird wiederum mit Hilfe einer Injektion der Eisprung ausgelöst. Die dem Eisprung folgende Gelbkörperphase wird ebenfalls durch Hormone intensiv unterstützt, um von vornherein Gelbkörperschwächen zu vermeiden.

Die In Vitro Fertilisierung / Embryo-Transfer

Seit 1978 besteht mit Hilfe der In Vitro Fertilisierung und des anschließenden Embryo Transfers eine therapeutische Möglichkeit, einem kinderlosen Ehepaar auch bei verschlossenen Eileitern zu einem eigenen Kind zu verhelfen. Bei Kinderlosigkeit, verursacht durch Erkrankungen des Ehemannes, sind mit der Befruchtung außerhalb des Körpers unter bestimmten Voraussetzungen sehr gute Erfolge zu erwarten.

Bei der Befruchtung außerhalb des Körpers werden nach einer Vorbehandlung von im allgemeinen 4 Wochen, die das Ziel der Ruhigstellung der Hirnanhangdrüse und der Eierstöcke hat, intensiv die Eierstöcke stimuliert. Neuerdings besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden Ruhigstellung der Hirnanhangsdrüse, so dass die vierwöchige Vorbehandlung entfallen kann.

 

Angestrebt wird dabei das Wachstum mehrerer Eibläschen (Follikel). Sofern die Eibläschen eine ausreichende Größe erlangt haben, wird der Zeitpunkt für die Eizellgewinnung festgelegt. Dabei wird mit einer feinen Nadel durch die Scheidenwand eine Punktion der im Eierstock vorhandenen Eibläschen vorgenommen. Der Eingriff kann sowohl in flacher Narkose als auch unter Verwendung von Schmerzmitteln erfolgen. Die gewonnenen Eizellen werden auf ihre Qualität überprüft. Bei der reinen In-vitro-Fertilisation werden pro Eizelle etwa 100.000 bewegliche Samenzellen zugegeben. Von diesen müssen wenigstens 30 % eine gute Beweglichkeit aufweisen, sowie normalgeformt sein. Nach 20-24 Stunden Lagerung im Brutschrank wird dann beurteilt ob Befruchtungsvorgänge sichtbar sind. Die nun im Vorkern-Stadium (Pronucleus-Stadium) vorliegenden Eizellen entwickeln sich weiter zum Embryo. Entsprechend dem Embryonenschutzgesetz dürfen maximal 3 Embryonen übertragen werden, wobei bei Frauen < 35 Jahre nach den Richtlinien der Bundesärztekammer lediglich der Transfer von 2 Embryonen durchgeführt wird (erhöhtes Risiko für Drillingsschwangerschaften). 2 – 3 Tage nach der Eizellgewinnung kann dann die Rückgabe der Embryonen in die Gebärmutterhöhle erfolgen (Embryo-Transfer). Dieser Eingriff ist völlig schmerzlos. Die sich anschließende Lutealphase wird medikamentös gestützt. Um die Embryoeinnistung zu fördern, sollte für die folgenden 2 Wochen stärkere körperliche und psychische Belastung unbedingt vermieden werden.

Spermien-Mikroinjektion (ICSI)

Die Spermien-Mikroinjektion bedeutet das direkte Einbringen eines Spermiums in das Zellplasma der Eizelle (intracytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI). Diese Methode wird dann erforderlich, wenn die Spermien aus eigener Kraft nicht in die Eizelle dringen können. Auch bei nur geringer Anzahl oder beim völligen Fehlen von Spermien, bei denen ohne ICSI-Behandlung sichere Kinderlosigkeit vorliegen würde, ist durch diese Methode das Erzielen von Schwangerschaften möglich. Die Schwangerschaftsraten nach ICSI sind hoch.

TESE, MESA

Die TESE bedeutet testikuläre Spermienextraktion, also die Gewinnung von Spermien aus dem Hoden. Diese Methode findet Anwendung, wenn im Ejakulat äußerst wenige oder keine Spermien nachweisbar sind. MESA bedeutet die mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration, also die Gewinnung von Spermien aus dem Nebenhoden. Sowohl bei TESE als auch bei MESA werden die Spermien schließlich mit Hilfe der Mikroinjektion (ICSI) in das Zellplasma der Eizelle eingebracht.

Polkörperdiagnostik

Chromosomenfehlverteilungen tragen maßgeblich zum Verlust von Embryonen vor und nach der Implantation bei. Zahlreiche Studien belegen, dass das Implantationsversagen von Embryonen nach erfolgter IVF/ICSI - Therapie sowie das Auftreten von Aborten im ersten Drittel der Schwangerschaft zu einem erheblichen Anteil auf spontan entstandene Chromosomenfehlverteilungen zurückzuführen sind. Für die IVF/ICSI - Behandlung liegt daher der Gedanke nahe, durch eine Polkörperdiagnostik Eizellen mit Chromosomenfehlverteilungen vom Befruchtungsvorgang auszuschließen und damit den Anteil transferierter Embryonen mit einem normalen Chromosomensatz maßgeblich zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen der bei Ihnen geplanten IVF – oder IVF – ICSI – Behandlung eine Polkörperdiagnostik durchzuführen. Diese Untersuchung kann Aufschluss über die Qualität Ihrer Eizellen geben und die Aussichten auf Erfolg Ihrer Behandlung verbessern.

Die Polkörperdiagnostik bietet unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen derzeit die einzige Möglichkeit zu einer chromosomalen/genetischen Untersuchung an unbefruchteten Eizellen. Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen einen Überblick über dieses spezielle Diagnoseverfahren vermitteln und erklären, was es für Sie bedeutet, wenn Sie sich für diese zusätzliche Untersuchung entscheiden.

Allgemeine Informationen
Bei der Reifung einer Eizelle wird der zunächst doppelte Chromosomensatz durch eine 1. Reifeteilung auf einen einfachen Chromosomensatz reduziert. Ein Chromosomensatz verbleibt in der Eizelle, während der zweite Chromosomensatz unter Bildung des 1. Polkörpers ausgeschleust wird. Nach dem Eindringen eines Spermiums in die Eizelle erfolgt die 2. Reifeteilung, bei der jedes Chromosom in zwei Chromatiden gespalten wird. Ein Chromatidensatz bleibt in der Eizelle, während der zweite Chromatidensatz unter Bildung des zweiten Polkörpers ausgeschleust wird. Im Normalfall ist die Anzahl der Chromosomen in den Eizellen und in den zugehörigen Polkörpern gleich. Es ist jedoch bekannt, dass chromosomale Verteilungsfehler auftreten können, die zu numerischen Chromosomenanomalien (Aneuploidien) in den betroffenen Eizellen führen. Wenn eine derartige Chromosomenfehlverteilung auftritt, so ist die Anzahl der Chromosomen in den Eizellen und in den zugehörigen Polkörpern ungleich. 

Aktuelle wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Eizellen von Patientinnen im Alter > 35 Jahre eine Chromosomenfehlverteilungsrate von über 50% aufweisen. (Pellestor et al., Hum. Genet., 112, 2003).
Das bedeutet, dass von vorneherein über die Hälfte der Eizellen nicht in der Lage sind, eine gesunde Schwangerschaft hervorzubringen. Dies ist als einer der Gründe dafür zu werten, dass bei Frauen mit zunehmendem Lebensalter die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft sinkt, während gleichzeitig das Risiko chromosomal bedingter Fehlgeburten bis hin zur Geburt eines Kindes, welches von einer Chromosomenstörung (z.B. Downsyndrom) betroffen ist, ansteigt. Relevant sind hierbei vor allem Aneuploidien (Fehlverteilungen) der Chromosomen 13, 15, 16, 18, 21 und 22 (Wieacker et al., Reproduktionsmedizin, 18, 2002). Hauptsächlich werden diese Anomalien auf chromosomale Fehlverteilungen zurückgeführt, die in den Eizellen überwiegend während der 1. Reifeteilung stattfinden. (Abruzzo und Hassold, Environ. Mol. Mutagen., 25, 1995).

Durchführung einer Aneuploidiediagnostik an Polkörpern 

Prinzipiell wird bei einer Polkörperdiagnostik von der zytogenetischen Analyse der Polkörper auf den genetischen Status der zugehörigen Eizelle zurückgeschlossen. Zielsetzung ist es, auf diese Weise chromosomal gestörte Eizellen zu identifizieren und von dem weiteren Befruchtungsverfahren auszuschließen. Die Entnahme der Polkörper (Polkörperbiopsie), die für diese Untersuchung notwendig ist, erfolgt ca. 2-3 Stunden nach Durchführung der ICSI durch die Eröffnung der Eizellenhülle mit Hilfe eines Laser. Von diesen Polkörpern werden anschließend mikroskopische Präparate angefertigt und verschiedene Chromosomen durch ein spezielles Färbeverfahren, welches als Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (abgekürzt: FISH) bezeichnet wird, sichtbar gemacht.

Auf diese Weise kann in den Polkörpern die Anzahl spezieller Chromosomen bestimmt werden, die Rückschlüsse auf den Chromosomensatz der zugehörigen Eizellen zulässt. Wenn in den Polkörpern eine Kopie für ein bestimmtes Chromosom angezeigt wird, so ist davon auszugehen, dass in der zugehörigen Eizelle auch eine Kopie vorhanden ist. Dies entspricht dem Normalfall. Kann allerdings in den Präparaten der Polkörper für ein bestimmtes Chromosom keine Kopie nachgewiesen werden, so ist anzunehmen, dass in der zugehörigen Eizelle eine Kopie diese Chromosoms zu viel vorliegt und damit eine Chromosomenfehlverteilung stattgefunden hat. Die weitere Kultur einer solchen Eizelle mit Chromosomenfehlverteilung ist damit nicht zu empfehlen.

Die Polkörperbiopsie mit anschließender FISH - Untersuchung 
ist ein international etabliertes Verfahren und wird zur Diagnostik von chromosomalen Fehlverteilungen mit gutem Erfolg eingesetzt.


(Munné et al., Prenat. Diagn. 20, 2000). 
 
Nach heutigem Kenntnisstand kann eine Schädigung der Eizellendurch diese Untersuchung ausgeschlossen werden. Die Entnahme des zweiten Polkörpers kann allerdings nicht immer gewährleistet werden, da zum Zeitpunkt der Biopsie dieser noch sehr eng mit der Eizelle verbunden ist und eine gewaltsame Entnahme zu einer Schädigung der Eizelle führen würde. In diesem Fall würde die Untersuchung nur am ersten Polkörper erfolgen. Wir bieten Ihnen an, nach Entnahme der Polkörper die Verteilung der Chromosomen 13, 16, 18, 21 und 22 in Ihren Eizellen durch FISH zu bestimmen. Über die Ergebnisse der Untersuchungen werden sie selbstverständlich im Verlauf Ihrer Behandlung informiert.

Beratungsgespräch
Ein Beratungsgespräch mit einem der behandelnden Ärzte ist vor der Durchführung der Polkörperdiagnostik notwendig. Sollten Sie diese zusätzliche Untersuchung wünschen, so möchten wir Sie bitten, beiliegende Einverständniserklärung zu unterzeichnen, die dann vom behandelnden Arzt gegengezeichnet wird.

Empfehlungen
Eine Grenze der Polkörperdiagnostik besteht darin, dass ausschließlich chromosomale Anomalien erfasst werden können, die mütterlicherseits vererbt werden. Chromosomale Anomalien, die väterlichen Ursprungs sind, können mit dieser Methode nicht bestimmt werden. Da bei der Polkörperdiagnostik FISH - Analysen an einzelnen Zellen vorgenommen werden, entfällt die Möglichkeit einer statistischen Absicherung des Untersuchungsergebnisses. Falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse sind damit nicht immer zweifelsfrei auszuschließen. 

Im Fall einer Schwangerschaft empfehlen wir Ihnen unabhängig von der Durchführung einer Polkörperdiagnostik die verschiedenen Maßnahmen der vorgeburtlichen Untersuchungen in Anspruch zu nehmen (Pränatale Diagnostik). Unsere Untersuchungen im Rahmen der Polkörperdiagnostik umfassen nur die Chromosomen 13, 16, 18, 21 und 22. Fehlverteilungen anderer Chromosomen können daher nicht ausgeschlossen werden. Zudem besteht ein 5%iges Restrisiko für eine numerische Anomalie der untersuchten Chromosomen wenn der zweite Polkörper nicht untersucht wurde. 

Im Fall einer Schwangerschaft bieten die vorgeburtliche
Untersuchungsmethoden wie Ultraschalluntersuchungen, Bluttests und genetische Analysen an Chorionzotten- oder Fruchtwasserzellen die Möglichkeit, wesentliche kindliche Fehlbildungen oder genetische Störungen zu erfassen. Sollten Sie hierzu noch weitere Fragen haben, dann empfehlen wir Ihnen zusätzlich, die Möglichkeit einer humangenetischen Beratung in Anspruch zu nehmen.

Ziel der Polkörperdiagnostik
1) Vermeidung der Übertragung von Embryonen mit Chromsomenfehlverteilungen, die nicht zu einer Schwangerschaft führen können oder die im Falle einer Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt, welche wiederum eine Ausschabung notwendig macht und mit großen seelischen und körperlichen Schmerzen verbunden ist, führen. 
2) Prognosestellung für den weiteren Behandlungsverlauf. Aus den Erfahrungen der internationalen Wissenschaft wissen wir, dass Frauen, welche nur Eizellen mit Chromsomenfehlverteilungen hervorbringen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in künftigen Behandlungszyklen keine gesunden Eizellen bilden werden. Diese Erkenntnis ist zwar sehr bitter, kann aber dennoch zu der Entscheidung führen, weitere Behandlungsversuche nicht mehr  vorzunehmen und nicht Belastungen und Kosten auf sich zu nehmen, die in keinem Verhältnis zu den Chancen auf ein gesundes Kind stehen.

Für weitere Informationen sprechen Sie uns bitte an.

Kryokonservierung von Spermien und befruchteten Eizellen, Kryo-TESE

Im Bedarfsfalle können Spermien eingefroren werden wenn z.B. der Ehemann während der aktiven Therapie aus  beruflichen oder anderen Gründen nicht am Behandlungsort sein  kann. Wenn erforderlich, lassen sich dann die Spermien wieder auftauen und zur Befruchtung einsetzen.

Unbefruchtete Eizellen können ebenso wie befruchtete Eizellen m sogenannten Pronukleusstadium mit gutem Erfolg eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt zur Herbeiführung einer Schwangerschaft verwendet werden. Befruchtete Eizellen werden eingefroren, wenn bei einer IVF - Behandlung überzählige befruchtete Eizellen vorhanden sind, die nicht sofort übertragen werden können.
Unbefruchtete Eizellen können eingefroren werden, wenn eine Schädigung des Eierstocks befürchtet wird, die den späteren Eintritt einer Schwangerschaft erheblich erschwert oder gar unmöglich macht. Dies können eingreifende Behandlung wie Operationen, Bestrahlung oder Chemotherapie wegen bösartiger Erkrankungen sein. Manche Frauen haben aber einfach noch nicht rechtzeitig den Mann fürs Leben gefunden, mit dem sie vielleicht auch Kinder haben möchten, oder  aber aus beruflichen Gründen noch keine Möglichkeit, ein Kind zu bekommen. Hier ist es möglich z.B. im Alter von 25 oder 30 Jahren Eizellen einfrieren zu lassen und damit auch noch gut im Alter von  40 oder 43 schwanger zu werden. Die Eizellen im eingefrorenen Zustand altern im Gegensatz zu dem Eizellvorrat im Eierstock nicht mit.

Betreuung von Risikoschwangerschaften in den ersten 3 Monaten

Nach der Befruchtung außerhalb des Körpers macht sich häufig die hormonelle Stützung der eingetretenen Schwangerschaften mit natürlichen Hormonen erforderlich. Bis zum Nachweis embryonalen Herzschlages wird die Betreuung der Patientin in unserer Sprechstunde vorgenommen. Danach erfolgt die hormonelle Überwachung, sowie die therapeutische Beeinflussung, einschließlich Ultraschallkontrollen in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Frauenarzt. Durch diese intensive Betreuung der Frühschwangerschaften wird auch der Anteil hormonellbedingter Fehlgeburten reduziert. 

Akupunktur

Durch eine neurophysiologisch begründete Akupunktur kann vor beabsichtigter Sterilitätstherapie oder begleitend hierzu eine Stimulation körpereigener Prozesse erfolgen, die vor allem bei psychisch belasteten Patientinnen die Behandlungserfolge verbessern.

Spurenelemente- und Schadstoffdiagnostik

Wie auch die Akupunktur stellen Spurenelement- und Schadstoffdiagnostik im Gesamtkonzept des ganzheitlichen Behandelns der Sterilität einen wesentlichen Baustein dar, der vor allem bei schadstoffexponierten Patientinnen seine Bedeutung besitzt.

Gynäkologische Endokrinologie

Die gynäkologische Endokrinologie befasst sich mit allen hormonellen Störungen von der Pubertät bis zum Senium. Die effektive therapeutische Beeinflussung der hormonellen Störung durch erfahrene Spezialisten basiert auf der Basis einer individuellen Diagnostik. Dabei handelt es sich im Einzelfalle um Pubertäts- und Wachstumsstörungen, Störungen des Hormonhaushalts, Hirsutismus, Akne und Haarausfall, vorzeitige ovarielle Erschöpfung, klimakterische Beschwerden in Problemfällen, Störungen der Prolaktinsekretion und Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Was Sie tun können

Qigong

Unsere Praxis bietet Ihnen ergänzend einen Kurs in Qigong an.

Was ist Qigong? 
Qigong ist ein System von Übungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Synonym dafür sind die Begriffe Chi (Qi) Gong oder Chi Kung. Übersetzt bedeutet Qigong "Arbeit mit Qi". Das Qigong beinhaltet eine Vielzahl von Übungen zur Entwicklung und Verteilung des Qi im menschlichen Körper.

Was bedeutet Qi?
 
Qi ist das chinesische Wort für die Form von Energie, die für das Wachstum und Gedeihen aller Lebewesen essentiell ist. Entsprechend besitzen alle Lebewesen Qi, wo Qi fehlt treten Krankheit, Degeneration und Tod ein. Die beste deutsche Übersetzung ist vielleicht "Lebenskraft". Das Qi des Menschen durchfließt seinen gesamten Körper entlang der Energiebahnen, den Meridianen. Wo das Qi frei und ausreichend fließen kann stellt sich von selbst Wohlbefinden und umfassende Gesundheit ein.

Wo wirkt Qi im Körper?
Ein Grundsatz der traditionellen Chinesischen Medizin ist, dass die Gesundheit des Körpers und der Seele nicht zu trennen sind. Beide hängen ganz wesentlich vom Qi ab. Qi ist im Idealfall überall im Körper vorhanden. Entlang der Meridiane fließt es an alle Stellen, wo es gebraucht wird. Qi existiert in vielerlei Formen, es wird unter anderem mit der Nahrung und der Atemluft aufgenommen und an mehreren Stellen des Körpers, den sogenannten Dantien gespeichert. Es sorgt für eine gleichmäßige Temperatur, ein gutes Immunsystem, einen eingespielten Flüssigkeitshaushalt und Stoffwechsel sowie Energie und Muskelkraft.

Qi erhalten wir im Wesentlichen auf zwei Arten: Zum einen hat jeder Mensch Vorrat an Qi erhalten. Dieses ist wesentlich bestimmend für die Lebensspanne, die, bei optimaler Pflege des Qi, durchaus 120 Jahre betragen kann. Dazu kommt Qi aus unserer Umgebung, das aus Atmung und Ernährung in unserem Körper gewonnen, genau gesagt umgewandelt wird.

Der Austausch und Fluss von Qi wird durch negative Faktoren gehemmt, zu denen heutige Lebensbedingungen, wie Stress und falsche Ernährung leider auch gehören. Um diesen Hindernissen und Ihren Folgen entgegen zu wirken wird in China seit ca. 3000 Jahren aktives Qigong betrieben und von Ärzten empfohlen.

Wozu dient mir die Teilnahme am Kurs?

Qigong wirkt sich förderlich auf die Entspannung und Durchblutung Ihres Körpers aus, kräftigt Ihre Lebenskraft und Abwehrkräfte gegen die Umwelt und verhilft zudem zu mehr Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Mit der Teilnahme am Kurs können Sie daher durch Erlernen und Anwenden der Übungen eine gute Ausgangsbasis und Ergänzung zu unserer Arbeit schaffen. Zudem dient Qigong einer sehr vielfältigen und umfassenden Verbesserung Ihrer Gesundheit und Belastbarkeit. Allein dieses ist es uns wert, Ihnen die Teilnahme und Erfahrung von Qigong zu ermöglichen.

Gesunde Ernährung/ Nahrungsergänzung

In der Schwangerschaft besteht ein besonderer Nährstoffbedarf für Mutter und Kind. Dieser Bedarf wird durch die moderne Ernährungsweise häufig nicht gedeckt. Deshalb beraten wir Sie gerne zu Fragen der Ernährung und auch zu Möglichkeiten der Ergänzung mit speziellen Präparaten, die auf die optimale Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in der Schwangerschaft abzielen. Häufig ist es auch sinnvoll, die Ernährung schon vor Eintritt einer Schwangerschaft optimal zu ergänzen. Zum Beispiel ist bekannt, dass der Mangel an bestimmten Vitaminen (Folsäure) zu schweren Fehlbildungen beim Kind führen kann (offener Rücken). Eine Ergänzung schon vor der Empfängnis kann diese Fehlbildungen verhindern. Wir beraten Sie gerne individuell dazu.

Schadstoffvermeidung

Unser Organismus ist vielfältigen Umweltbelastungen ausgesetzt. Neben dem eigenen Stoffwechsel, der freie Radikale (das sind sehr reaktionsfreudige chemische Substanzen, die mit anderen Bausteinen unseres Körpers Reaktionen eingehen und sie dadurch in ihrer Funktion zerstören) produziert, muss unser Körper vielfältige Schadstoffe durch chemische Substanzen, z.B. in Nahrungsmitteln, in der Luft und im Wasser, abwehren, um seine normalen Funktionen aufrecht zu erhalten. Jeder Mensch hat Systeme, welche den Abbau und die Abwehr solcher Schadstoffe regulieren. Aber die Kapazität dieser Systeme ist individuell sehr verschieden. Das bedeutet, dass der eine mehr solcher Belastungen ohne Ausbildung von Störungen oder Krankheiten toleriert, der andere weniger.  In bestimmten Grenzen ist die Messung der Belastung des Körpers durch eine Schadstoffdiagnostik möglich. So kann beispielsweise die Belastung mit freien Radikalen durch Untersuchung des sog. Redox-Status bestimmt werden.


Im Falle einer Überlastung des Organismus können durch eine Änderung der Lebensführung und durch eine gezielte Ernährungsergänzung die Abwehrkräfte des Körpers gestärkt und eine Gesundung herbeigeführt werden. 

Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns bitte an.

Kooperation

Eine wesentliche Basis für hohe diagnostische Treffsicherheit und überdurchschnittlich hohe Therapieerfolge liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten.

Andrologische Diagnostik
  • Spermiogrammerstellung und Auswertung
  • Spermagewinnung aus Nebenhoden (MESA) und Hodengewebe (TESE)
  • Bestimmung der Marker der akzessorischen Drüsen von
  • Spurenelementen im Sperma
Psychologische Betreuung

Psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung

Für viele Frauen und Männer stellt ein unerfüllter Kinderwunsch eine existentielle Lebenskrise dar. Die Kinderwunschbehandlung mit Hoffnungen, Wartezeiten und Enttäuschungen verlangt einerseits Disziplin und wird andererseits oft als Kontrollverlust erlebt. Oft werden während dieser anstrengenden Zeit andere Lebensbereiche vernachlässigt, die Lebensplanung wird in Frage gestellt. Zukunftsängste sind belastend und wirken sich auf Stimmung, Antrieb und Schlaf aus. Hilfreich kann während der Kinderwunschzeit eine einmalige oder mehrmalige ressourcen-orientierte psychosomatisch-psychotherapeutische Begleitung von Einzelpersonen oder Paaren sein, um die Kinderwunschzeit soweit wie möglich selbstbestimmt zu gestalten und beispielsweise die folgenden Fragen zu klären: Was belastet mich im Rahmen der Kinderwunschbehandlung am meisten? Wie kann ich mich trotz allem erholen und wieder Freude am Leben haben? Wie können wir mit unseren unterschiedlichen Gefühlen so umgehen, dass unsere Beziehung nicht auch noch leidet? Wie kann ich mit den Fragen von Freunden und Familie umgehen? Welche Gefühle kann ich gegenüber Schwangeren und Familien mit kleinen Kindern zulassen? Wie können wir uns auch anderen Themen als nur dem Kinderwunsch zuwenden? Wie kann ich meinen Umgang mit Schwierigkeiten und Lebenskrisen verändern? Wie kann ich eine wertschätzende Haltung gegenüber meinem Lebensentwurf und meinem Körper erlangen? Wie kann ich Behandlungsentscheidungen treffen? Welche anderen Optionen können wir uns vorstellen an weiteren Behandlungsschritten oder anderen Möglichkeiten, unser Leben mit und ohne Kind zu gestalten?

Für eine Beratung bzw. Behandlung sind 50 Minuten vorgesehen. Die Kosten für Einzelpersonen oder Paare betragen 64,35 € und können bei privaten Krankenkassen und Beihilfestellen zur Erstattung eingereicht werden.

Dr. med. Friederike Taraz

Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie / Verhaltenstherapie im Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche

Rankestr. 34
10789 Berlin
Tel.: 030-219 092 0

Akupunktur (Frau Dr. med. Kielkowski)

Durch eine neurophysiologisch begründete Akupunktur kann vor beabsichtigter Sterilitätstherapie oder begleitend hierzu eine Stimulation körpereigener Prozesse erfolgen, die vor allem bei psychisch belasteten Patientinnen die Behandlungserfolge verbessern.