Ihr Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche

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Wie modern ist unsere Reproduktionsmedizin wirklich?

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Ein anthrazitgrauer Mercedes Benz fährt die Dahlmannstraße entlang. Kastige S-Klasse, Modell 500 SEL. Der Chauffeur raucht Marlboro und „Verdammt ich lieb dich“, das erfolgreichste Lied des Jahres, dröhnt aus dem rauschgestörten Radio. Der Beifahrer wippt ein wenig zum Rhythmus, als plötzlich das Autotelefon klingelt. Modernste Technik: C-Netz, fast keine Verbindungsabbrüche, faxfähig, Wurzelholzverkleidung. Hightech!

So oder so ähnlich könnte es gewesen sein, als Helmut Kohl am 13. Dezember 1990 zum Bundestag in Bonn gefahren wurde, um das Embryonenschutzgesetz zu beschließen. Man merkt schnell: 1990 ist ziemlich lange her. Heute fahren fast 1.000 Elektroautos im Fuhrpark der Bundesregierung, die Chauffeure würden wenn überhaupt E-Zigarette rauchen und „Verdammt ich lieb dich“ allenfalls in der Spotify-Schlager-Playlist spielen. Nach Bonn fährt Angela Merkel höchstens noch, wenn sie die Kirschblüte erleben will. Und das Autotelefon? Naja, das bedarf wohl keines weiteren Kommentars.

Es hat sich wirklich viel getan seit damals. Nur das Embryonenschutzgesetz, das den Missbrauch von Embryonen verhindern soll, ist anscheinend in den 90ern stehengeblieben. Satte 30 Jahre ist es alt und hat seither nichts an sich machen lassen. Also fast. 2011 hat es eine einzige Anpassung bekommen: Theoretisch dürfen Mediziner*innen Frauen seitdem mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu einem Kind verhelfen. Praktisch ist das aber ein wenig komplizierter.

Zum Vergleich: Das Stromeinsparungsgesetz etwa, das genau wie das Embryonenschutzgesetz am 1. Januar 1991 in Kraft getreten ist, wurde im Jahr 2000 durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ersetzt und selbst danach noch sechsmal angepasst – die nächste Novellierung kommt im Januar.

Warum aber bleibt ein Gesetz, das etwas so Elementares wie unsere Fortpflanzung betrifft, 30 Jahre lang fast unangetastet?

26.03.2017

Vom 26.-29.03.2017 fand in Valencia die 16. Internationale Konferenz über Präimplantationsgenetik statt.

Zahlreiche internationale Arbeitsgruppen aus Europa, Amerika und Asien präsentierten ihre Ergebnisse zur genetischen Diagnostik mit den aktuellen Untersuchungstechniken an Eizellen und Embryonen.

Mit dem Next Generation Sequencing ist es möglich genetische Fehler an Eizellen und Embryonen zu erkennen und die fehlerbehafteten Embryonen von einem Transfer auszuschließen.

Die beiden Abbildungen mit Daten von Gary Harton, einem amerikanischen Wissenschaftler, belegen eindrucksvoll, daß Embryonen, welche nach PGS als genetisch gesund eingestuft wurden, sich auch bei Frauen über 40 Jahren genauso gut und häufig wie bei jüngeren Frauen  einnisten und daß die Fehlgeburtenrate durch einen genetische Untersuchung (PGS) deutlich gesenkt werden kann.

In unserem Hause erzielen wir nach Transfer von genetisch getesteten Eizellen oder Embryonen eine Schwangerschaftsrate von 65-70% bei Transfer von nur einem einzelnen chromosomal gesunden Embryo!

Das bedeutet: eine sehr hohe Erfolgsrate ohne Zwillingsrisiko! – und belegt die Bedeutung einer regelrechten Chromosomenausstattung des Embryos für den Eintritt einer Schwangerschaft.

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10.12.2013

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu und hat einige Erfolge für unsere Patientenpaare gebracht. Mit einem neuen Vitrifikationssystem konnten wir die Überlebensraten von Eizellen und Embryonen nach Einfrieren und Auftauen nochmals steigern und liegen nun bei über 99 %. Nach Präimplantationsdiagnostik (PID) mit array CGH liegen die Implantationsraten der Embryonen bei 66%. Bei Transfer von 2 durch PID gesund getesteten Embryonen werden fast alle Patientinnen schwanger. Dies zeigt erneut, welch herausragende Bedeutung einem regelrechten Chromosomensatz für die Einnistungsfähigkeit von Embryonen beizumessen ist und was die PID zum Erfolg einer Kinderwunschbehandlung beitragen kann.

Wir wünschen allen Patienten eine Frohe Weihnacht und ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr. Wir werden auch im Jahr 2014 alles uns mögliche tun, damit Ihr Traum vom eigenen Kind in Erfüllung geht.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team vom Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche

Die biologische Uhr lässt sich jetzt anhalten. Diese Frau hat ihre Eizellen einfrieren lassen, wenn sie will, kann sie also auch mit 40, 50, 60 noch Mutter werden. Der letzte Schritt zur Vollendung der Emanzipation?

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09.03.2013

Das Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche hat am 09.03.2013 das 8. Berliner Symposium Genetik und Schwangerschaft ausgerichtet. Mit über 100 Teilnehmern war es wieder ein großer Erfolg. Berliner Experten aus den Bereichen Humangenetik, Pränataldiagnostik und Reproduktionsmedizin trugen interessante Erkenntnisse zum Themengebiet Genetik und Schwangerschaft vor. Die Kombination der thematischen Schwerpunkte Genetik und Schwangerschaft hat sich auch in diesem Jahr für alle Teilnehmer sehr gewinnbringend und erkenntnisreich erwiesen, so dass eine rege Diskussion zu den einzelnen Themen und Vorträgen stattfinden konnte.

Ein besonderer Schwerpunkt war in diesem Jahr die Kryokonservierung von Eizellen, in den USA als social freezing oder oocyte banking bezeichnet. Dieses Verfahren ermöglicht Frauen, ihre Fruchtbarkeit auch über das natürliche Ende hinaus zu bewahren. Dies bedeutet eine Gewinn als Gestaltungsfreiheit in der Lebensplanung.

Die Veranstaltung wurde in einer anonym durchgeführten Auswertung von allen Teilnehmern als sehr erfolgreich und gelungen bewertet.

09.03.2013

Die monatliche Fruchtbarkeitsrate von Frauen nimmt im Laufe des Lebens ab. In einem Alter von 20-30 Jahren beträgt die monatliche Fruchtbarkeitsrate etwa 25 %. Ab einem Alter von 35 Jahren beträgt sie unter 10 %, in einem Alter von über 40 Jahren nimmt sie weiter rapide ab. Bei Erkrankungen wie z.B. Endometriose, Unterleibsinfektionen oder nach Operationen an den Eierstöcken nimmt die monatliche Fruchtbarkeitsrate schon vorzeitig stark ab.

Woran liegt das?

An der Alterung der Eizellen in den Eierstöcken. Neugeborene Mädchen kommen mit dem gesamten Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken auf die Welt. Aus diesem Vorrat werden sich die Eizellen ab der Pubertät bis zum Eisprung entwickeln. Dieser Vorgang wird enden, wenn der Vorrat an Eizellen erschöpft ist, und die Frau in die Wechseljahre kommt.

Leider wird nicht nur die Anzahl der Eizellen in den Eierstöcken physiologisch immer geringer. Auch die Qualität der Eizellen nimmt mit der Anzahl ab. Das bedeutet, daß die Eizelle einer 25-jährigen Frau eine mehr als dreifach höhere Chance hat, sich nach einer Befruchtung zu einem gesunden Kind zu entwickeln, als die Eizellen einer 40-jährigen Frau.

Zusätzlich zum natürlichen Prozeß des Älterwerdens kann der Verlust an Eizellen beschleunigt werden, durch Infektionen, Erkrankungen und Operationen an den Eierstöcken.

Kann dieser Prozeß aufgehalten werden?

Leider gibt es keine bekannte Maßnahme, um die physiologischen Vorgänge im Körper aufzuhalten. Es gibt allerdings die Möglichkeit, Eizellen zu entnehmen und einzufrieren. Diese Eizellen verharren dann in dem Alter, in dem sie entnommen wurden. Das bedeutet auch, daß sie in der gleichen Qualität und mit der gleichen Fähigkeit, nach Befruchtung ein gesundes Kind hervorzubringen, bei minus 196°C aufbewahrt werden können. Nach dem Auftauen können diese Eizellen dann befruchtet werden und zu einer Schwangerschaft und der Geburt eines gesunden Kindes führen. Eine Garantie für den Eintritt einer Schwangerschaft kann dabei leider nicht gegeben werden.

Wir sehen sehr viele Frauen, die mit Ende 30 oder Anfang 40 zu uns kommen und sich ein Kind wünschen. Bei sehr vielen Frauen sind Vorrat und Qualität der Eizellen schon soweit herabgesetzt, daß die Geburt eines gesunden Kindes mit eigenen Eizellen nicht mehr möglich ist. Viele dieser Frauen nehmen dann eine Eizellenspende im Ausland war, um noch ein Kind zu bekommen. Aber diese Eizellen sind nicht ihre eigenen. Hätten sie vor einigen Jahren Eizellen einfrieren lassen, so hätten sie sich die eigenen Eizellen quasi selbst gespendet. Man kann es auch mit einem Sparkonto vergleichen. Eine Frau legt Eizellen auf einem Eizellen-Sparkonto zurück und hebt sie zu späteren Zeiten bei Bedarf wieder ab.

Welche Risiken sind damit verbunden?

Die Hormonbehandlung der Eierstöcke kann zu einem schweren Überstimulationssyndrom führen. Dabei sind die Eierstöcke deutlich vergrößert (im Einzelfall auf bis zu 10 cm und mehr) und es können sich Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder Brustkorb ergeben. Diese schweren Überstimulationssyndrome treten allerdings nur bei 3 bis 5 Frauen auf, welche eine solche Hormonbehandlung unternehmen. Ein erfahrener Arzt wird die ersten Anzeichen rechtzeitig erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Eizellenentnahme ist mit geringen Risiken einer Blutung verbunden. Schwere Blutungen treten nach etwa 1 von 10000 Entnahmen auf.

Wie groß ist der Aufwand?

Um mehrere Eizellen zu gewinnen, ist eine Hormonbehandlung erforderlich. Bei dieser Hormonbehandlung werden über einen Zeitraum von 10 – 12 Tagen täglich kleine Injektionen unter die Haut gesetzt. Danach kann die – in einer Kurznarkose vollkommen schmerzfreie – Eizellenentnahme erfolgen. Die Eizellen werden sofort nach der Entnahme eingefroren. Die Maßnahme ist damit für diesen Zyklus beendet. Frauen, welche die Kryokonservierung von Eizellen wahrnehmen möchten, müssen während der Hormonbehandlung 1 bis 2 Termine für eine Ultraschallkontrolle der Eierstöcke und einen Termin für die Eizellenentnahme einplanen.

Was ist der Sinn?

Frauen gewinnen durch diese Maßnahme Freiheit in ihrer Lebensplanung und Lebensgestaltung. Sie können sich entscheiden, zuerst ihre Ausbildung und berufliche Karriere zu verfolgen, und sich die Möglichkeit offen halten, erst später eine Familie zu gründen. Es muß keine „Torschlusspanik“ mehr aufkommen, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt, der richtige Partner noch nicht gefunden ist oder aus anderen Gründen eine Schwangerschaft und Familiengründung nicht möglich ist.

Wenn Sie diese Möglichkeit der Eizellenaufbewahrung interessiert, stehen wir eine persönliche Beratung jederzeit gerne zur Verfügung.

20.10.2012

Vom 20. bis 24. Oktober 2012 haben wir am 68. Jahrestreffen der ASRM mit über 6000 Teilnehmern in San Diego. Dieser Kongreß ist die wichtigste und bedeutsamste in Nordamerika stattfindende Veranstaltung für unser Fachgebiet. Neben einem Kollegen aus Bad Homburg waren wir die einzige deutsche Arbeitsgruppe, die zu einem Vortrag zugelassen war. Wir haben zu der von uns angebotenen Transvaginalen Hydrolaparoscopie mit dem Titel „The complication rate of Transvaginal Hydroslaparoscopy (TVHL) is low“ und über die Erfahrungen aus über 900 Eingriffen berichtet. Unser Vortrag wurde in der Diskussion hervorragend aufgenommen und wir sind stolz auf unsere Präsentation bei dieser Konferenz mit weltweiter Bedeutung.

01.07.2012

Vom 1. bis 4. Juli 2012 haben wir am 28. Jahrestreffen der ESHRE mit über 9000 Teilnehmern in Istanbul teilgenommen. Dieser Kongreß ist die wichtigste und bedeutsamste in Europa stattfindende Veranstaltung für unser Fachgebiet und beschäftigt sich mit Fragen der Fortpflanzungsmedizin in zahlreichen Facetten. Ein bedeutendes Thema war die genetische Diagnostik an Eizellen und Embryonen, also die Präimplantationsdiagnostik unter Anwendung der array-CGH-Technik.

Diese moderne Technik wenden auch wir erfolgreich und bislang als einzige in Berlin-Brandenburg an.
Um Ihnen einen Einblick in die aktuellen Ergebnisse internationaler Arbeitsgruppen zu geben, sind hier einige bedeutende Arbeiten und Ergebnisse in einer Power-Point-Präsentation für Sie dargestellt. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

24.10.2011

Nachdem wir in einem langjährigen Verfahren den Zugang von Patientenpaaren zur Präimplatationsdiagnostik in Deutschland erkämpft haben, ist nun auch ein Buch zu diesem Thema erschienen. Es beschreibt in allgemein verständlicher Form viele Gesichtspunkte der Präimplatationsdiagnostik und ist im Buchhandel und bei Amazon erhältlich.